Ngwe Saung Beach

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Ngwe Saung Beach

Die Anreise vom Inle-See nach Ngwe Saung Beach war ein wenig beschwerlich. Mit dem Nachtbus ging es ca. 10 Stunden bis nach Yangon. Wie in anderen asiatischen Großstädten sind die Busverbindungen nach Himmelsrichtungen getrennt. Somit mussten wir per Taxi  quer durch die Stadt um zum richtigen Busbahnhof zu gelangen. Der Verkehr in Yangon ist grausam und es dauerte nochmals ca. eine Stunde. Von dort haben wir erfahren, dass der letzte direkte Bus nach Ngwe Saung Beach schon weg war (es war ca. 8 Uhr am Morgen!) und wir konnten nur noch bis nach Pathein – nochmals 5 Stunden. Dort angekommen ging es dann nochmals ca. 2 Stunden mit dem Minibus bis an den Ngwe Saung Beach. Das leicht unangenehme an den Busbahnhöfen auf diesem Weg war, dass uns aufgrund des Provisionssystems jeder an sein Unternehmen vermitteln oder uns direkt fahren wollte. Nachdem wir uns bis an den Strand „durchgeschlagen“ hatten, wurden wir mit einem wunderschönen Strandbungalow belohnt. Am Rande des kleinen Ortes, an dessen Stränden sich bereits Luxusressort an Luxusressort reiht, fanden wir noch eine einfache, aber wunderschöne Unterkunft. So verbrachten wir die nächsten 4 Tage mit Relaxen, Strandspaziergängen, Lesen, Essen und Ausgehen. Auch Abends konnte man wunderbar den Sonnenuntergang genießen und den Wellen zuhören. Baden im Meer war zu der Zeit nicht möglich, es war nur mit Aufsicht durch Hotel-/Hostelpersonal erlaubt, deshalb benutzten wir den Pool 😉 Einen Besuch wert ist aus unserer Sicht die Liebesinsel (Chittumya Kyun) sowie die Zwillingspagode direkt am Strand. Was uns auch sehr gefallen hat, sind das toll hergemachte Ume Café und die Fishermen’s Bar, wo richtiges Strandfeeling aufkommt.

Von morgens bis spätnachmittags gibt es eigentlich keinen Strom, da der kleine Ort über eine eigenständige Stromversorgung verfügt, die zumeist nur in den Abendstunden läuft. Teurere Unterkünfte haben daher oft noch einen eigenen Generator, der ganztägig oder in gewissen Zeitfenstern läuft. Was im Reiseführer noch als fehlend angeprangert wird ist ein ATM, der mittlerweile vorhanden ist.

Inle-See

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Inle-See

Der Nachtbus von Bagan an den Inle-See hält bei den meisten Anbietern in Kalaw, Shwenyaung, Nyaungshwe (das sog. Inlay) und Taunggyi. (Keine Ahnung wer sich die Namen merken kann). Von Kalaw gibt es eine 2-3 tägige Trekking-Tour an den Inle-See mit Übernachtungen in dazwischenliegenden Klöstern und Dörfern, was wohl definitiv sehenswert ist (v.a. auch die Aussicht auf den Inle-See). Das ist an der Stelle besonders erwähnenswert, da sich unser Bus in Kalaw nahezu geleert hat. Mit dem Gedanken diese Trekking-Tour zu machen, hatten wir auch gespielt, haben uns allerdings aufgrund unseres Zeitplanes und dem doch recht wechselhaften Wetters dagegen entschieden. Wir sind mit dem Nachtbus dann nach ca. 8 Stunden um 4 Uhr morgens in Nyaungshwe angekommen und überraschenderweise waren Sammeltaxis vorhanden, die uns zu unser gewünschten Unterkunft (Inle-Inn – wunderschön!!) gebracht hatten. Der verschlafene Besitzer hat zu unserer Überraschung, nach dem ersten Klingeln auch aufgemacht. Am nächsten Morgen haben wir uns mit dem Fahrrad aufgemacht, um die kleine Stadt am Ufer des Sees zu erkunden. Klöster, Pagoden und Märkte können hier ungefähr einen halben Tag füllen. Für den Tag nach der halb verschlafenen Nacht im Bus war dies gerade richtig. Achtung: Um die Jahreszeit muss man immer mit einem kurzen starken Regenschauer rechnen.

Für den nächsten Tag hatten wir uns in einer kleinen Agentur einen Guide für eine eintägige Trekkingtour gebucht (25.000 Kyat). Pünktlich auf die Minute, kam dieser um 8 Uhr morgens in unsere Unterkunft. Anfangs noch gemächlich aus der Stadt schlendernd entpuppte es sich als mittelschwere Tour in den Bergen, rechterhand des Sees mit teils wunderschöner Aussicht. Aufgrund des vielen Regens während der Regenzeit war die Vegetation in sattem Grün und die Pfade teilweise meterhoch mit Gras bewachsen. Die Hänge werden von den Einheimischen größtenteils mit Mais und anderen Feldfrüchten bewirtschaftet, dazwischen findet man aber auch noch oft nicht-kultivierte Natur. Mittags kochte unser Guide und die Hausherrin in einer Dorfhütte uns das Mittagessen, anschließend war eine 1,5-stündige Siesta angesagt. In dem Haus, das komplett aus Bambus besteht konnten wir sehen wie die Blätter für Zigarillos getrocknet werden. Morgens war schweißtreibende Schwüle, mittags zwei starke Regengüsse die uns komplett durchnässt haben, was den Abstieg ein wenig beschwerlicher gemacht hat. Alles in allem war es eine wunderschöne authentische Tour.

Für den nächsten Tag wollten wir dann die gängige Tour auf dem See machen. An den Tagen zuvor hatte uns bereits ein sympathischer Mann angesprochen, der über ein Boot verfügt. Alle 10 Minuten preist einer sein Boot an, was irgendwann auch nervig ist. Am Bootsanleger sahen wir dann erst, wie weit der Tourismus am Inle-See schon fortgeschritten ist. Hunderte von gleichen Touristenbooten lagen dort aufgrund mangelnder Besucher, an den Ufern. Es gibt wohl Touren, die ursprünglicher und authentischer sind, hatten wir allerdings nicht wirklich gefunden. Die Standard-Tour (Nebensaison 18.000 Kyat, Hauptsaison bis zu 35.000 Kyat) beginnt mit dem Besuch auf einem der 5 Märkte auf dem See, anschließend wird eine kleine Textilmanufaktur, eine Bootsmanufaktur, die schwimmenden Gärten und diverse Klöster, etc. angefahren. Der Bootsfahrer geht hier aber auf den Wunsch der Gäste ein. Was man nicht sehen will, steuert er auch nicht an. Teils handelt es bei den Zielen um kleinere Touristenstätten, d.h. in der Bootsmanufaktur werden aus unserer Sicht keine Boote hergestellt, es handelt sich eher um einen Ort mit Bootsteilen und Souvenirshop. Wer dies ausblendet kann einen wunderschönen Tag auf dem See erleben: Fischer bei ihrem unverwechselbaren traditionellen Fischen beobachten (balancierend auf dem Bootsrand mit Netzen), die kuriosen Häuserkonstruktionen auf dem See bewundern und in den schwimmenden Gärten alternative Anbaumethoden für Tomaten und anderes Gemüse sehen.

Nach unserer Bootstour sind wir mit dem Nachtbus nach Yangon weiter, um an den Ngwe Saung Beach zu kommen. Eine direkte Verbindung war während unseres Besuches nicht vorhanden.

Bagan

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Bagan

Nach der Flussfahrt sind wir abends in Bagan angekommen. Noch bevor wir am Ufer waren, sahen wir schon Dutzende Personen, die auf die ankommenden Touristen gewartet haben. Das ist ja nicht unüblich, allerdings die Intensität der Buhlerei um die Touristen war uns eine neue Dimension. Das wurde im Laufe der Reise auch noch deutlich schlimmer. Verstanden haben wir dies erst gegen Ende unserer Zeit in Myanmar, da wohl zu der Zeit deutlich weniger Reisende als in den Vorjahren unterwegs waren. Verstärkt wurde dies durch die wohl auch recht regnerischen Verhältnisse. Die Buhlerei um die verbliebenen Gäste macht es allerdings nicht besser 😉 Wir suchten uns dann einen zurückhaltenden Herrn mit einer Transportkutsche aus. Vom Ufer aus ging es dann zum üblichen Eintrittshäuschen für Ausländer (einmaliger Eintritt für die archäologische Zone 25.000 Kyat pro Person für 5 Tage) und dann weiter zu unserer Unterkunft.

Am Folgetag mieteten wir uns dann einen Elektroroller, den man dort an jeder Straßenecke für ein paar Euro den ganzen Tag haben kann. Die gesamte Anlage ist wunderschön. Auf mehreren Kilometern Länge in alle Richtungen finden sich tausende Tempel, Klöster, Hallen, Pagoden und andere Monumente die zwischen 1.000 und 1.300 n. Chr. dort errichtet wurden. Es lässt sich nahezu kaum beschreiben, daher möchten wir an der Stelle Bilder sprechen lassen.

Bagan selbst gilt als relativ trockenes Gebiet, da in naher Umgebung hohe Berge die Regenwolken abhalten. Vor unserer Reisezeit hat es trotzdem viel geregnet und das gesamte Gebiet erstrahlte im satten Grün. Auch während unserer Zeit war der ein oder andere Regenguss mit Gewitter dabei, sodass die Zugänge zu den einzelnen Monumenten doch ab und an aufwändiger war, da man den Roller in Wiesen rollen musste oder gesamte Wegabschnitte komplett unter Wasser standen , bzw. der Weg glitschig war. Vor allem am ersten Tag, als wir zu zweit auf einem Roller saßen war dies ein kleines Abenteuer 😉

Ein Highlight, das man nicht verpassen sollte, ist der Sonnenauf- oder untergang. Es gibt laut Reiseführer einige Monumente, die begehbar sind und dies daher sehr schön anzusehen ist. Dementsprechend voll ist es dort auch, trotz Low-Season. Wir raten daher eher zu ruhigeren Orten, die es in dem Labyrinth von kleinen Wegen und Straßen noch immer gibt. Die Aussicht ist vielleicht ein wenig schlechter, aber das haben wir gerne in Kauf genommen. Ein weiteres Highlight in Bagan ist die Fahrt mit dem Heißluftballon im Morgengrauen (Ab ca. 320 US-Dollar pro Person). Von Deutschland aus hatten wir schon vergeblich versucht dies zu buchen. Vorort wurde daraus Gewissheit: Die Fahrten gibt es erst ab Oktober. Leider waren wir eine Woche zu früh dran. Das Wetter in den Morgen- und Abendstunden war meistens wolkenverhangen und diesig.

Zwei Wochen vor Beginn unserer Reise gab es in der Nähe von Bagan ein schweres Erdbeben. Viele Anlagen wurden dabei zerstört und werden momentan nach und nach restauriert. Aus diesem Grunde sind viele Dächer von Anlagen mit bunten Folien eingepackt um runter fallende Steine und somit weitere Schäden (an Gebäuden wie auch an Personen) zu vermeiden. Manche Anlagen sind auch ganz gesperrt. Wir hoffen an der Stelle, dass sich der Zustand der Anlagen wieder herstellen lässt und noch viele weitere Personen sich daran erfreuen können.

In Bagan waren wir (den Anreisetag mit eingerechnet) drei Tage, was aus unserer Sicht ausreichend ist. Archäologisch angehauchte Reisende können sicherlich noch den ein oder anderen Tag mehr dort verbringen. Mit dem Nachtbus sind wir dann weiter Richtung Inle-See.

Mandalay

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Mandalay

Von Singapur aus sind wir mit dem Flugzeug (mit Zwischenstopp in Yangon) nach Myanmar gereist. Das Visum hatten wir schon Wochen im Voraus über die Botschaft in Berlin eingeholt. Daher war das Einreisen kein Problem und ging auch sehr zügig. Mit dem Sammelbus sind wir dann mit ein paar anderen Touristen und Einheimischen von dem außerhalb gelegenen Flughafen in die Stadt gefahren. Toll daran war, dass jeder Einzelne an seinen Zielort gefahren wurde.

Bei der Fahrt konnten wir schon die ersten Eindrücke sammeln. Die sehr zentral in Myanmar gelegene Stadt Mandalay ist quirlig und man kann den immer schneller schlagenden Puls regelrecht spüren. Die Straßen sind marode und voller Staub. In vielen Hotels wird nach betreten von Besuchern der allgegenwärtige Staub schnell weg gefegt. Der Wandel, den Myanmar erfasst, ist hier auch spürbar, allerdings nicht so schnell wie im restlichen Teil des Landes. Zwischen den ursprünglichen Gebäuden tauchen zwar schon die ersten modernen Bunker auf, allerdings spätestens in der Nacht, wenn die Dunkelheit nahezu die ganze Stadt erfasst, wird Mandalay wieder zum alten Mandalay. In Mandalay kommt man sich definitiv nicht wie in einer Großstadt mit 1,3 Millionen Einwohnern vor. Noch sind die Infrastruktur und die Gebäude tendenziell ländlich geprägt.

Nachdem wir unsere Sachen im Hotel untergebracht hatten, gingen wir die Umgebung erkunden, was ehrlich gesagt bei uns beiden in einem kleinen Kulturschock endete. Warum genau wissen wir bis heute nicht. Wir sind über einen größeren Lebensmittelmarkt geschlendert und anschließend haben wir Pagoden und Moscheen in der Umgebung angeschaut. Nachdem wir in der recht dunklen Stadt nach längerer Zeit ein Restaurant gefunden hatten, waren wir dort doch sehr überrascht … hier halten sich nur Männer auf, auch im nächsten Etablissement. Nachdem ein paar Männer Toni recht unfreundlich begrüßt hatten, setzten wir uns ein wenig unsicher und haben schnell bestellt und gegessen. An der Stelle mussten wir erst mal eine Nacht drüber schlafen um die Ereignisse des Tages Revue passieren zu lassen. Irgendwie hatten wir uns das doch anders vorgestellt.

Am nächsten Tag ging es dann auch wieder 😉 und wir holten uns Fahrräder um die Stadt zu erkunden. Königpalast, Mandalay Hill und viele Pagoden sowie Klöster passierten wir an diesem Tag. Das Erkunden mit dem Fahrrad empfiehlt sich, da durch das kurzzeitige Radeln die Hitze erträglicher wird. Auch ist das Zentrum von Mandalay recht weitläufig, sodass Laufen eigentlich keine Option ist. Am Ende des Tages hatten wir das Gefühl, dass wir keinen weiteren Tag in Mandalay benötigen. Unser gekaufter Reiseführer empfiehlt mindestens 2 bis 3 Tage, wenn nicht mehr. So haben wir uns am Abend dann noch Tickets für die Bootsfahrt von Mandalay nach Bagan gekauft um am nächsten Morgen weiter fahren zu können. Wir haben uns für die Boot-Variante entschieden, da dies von anderen Reisenden als wunderbare Abwechslung empfunden wurde. Generell muss man hier aufpassen, da nicht alle Boote täglich fahren. Gerade die günstigeren staatlichen Boote fahren nur 2-3x die Woche. Die Fahrtzeiten sind relativ lang, selbst bei unserem „Expressboot“ (mgrgexpress.com, 42 US-Dollar pro Person) dauert die Fahrt von morgens 7 Uhr bis abends 17.30.

Die Fahrt selbst war dann ruhig und schön, allerdings hatten wir unterschätzt, dass der Ayeyarwady ein stattlicher Fluss mit mindestens 1 km Breite ist. So waren die Ufer meist weit weg und nur ab und an kam man nahe genug ran, damit man das Leben am Flussufer oder die Hänge mit Pagoden beobachten konnte.

Malaysia

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Unser Flug mit dem A380 von Zürich brachte uns direkt nach Singapore. Leider mit etwas Verspätung. Deshalb verpassten wir den Bus am frühen Morgen in Singapore der uns direkt nach Mersing gebracht hätte. So machten wir uns auf eigene Faust auf den Weg. Vom Flughafen in Singapore ging es mit der Metro direkt nach Woodlands, die Grenze zu Malaysia. Da am Folgetag Feiertag war und verlängertes Wochenende, wollten gefühlt alle Menschen Singapors nach Malaysia. Daher brauchten wir fast zwei Stunden bis wir die Grenze passiert hatten. Von dort war es leider schwierig direkt einen Bus zu finden. Mit Bus und Taxi und vielen Nerven sind wir am Abend endlich in Mersing angekommen. Da es schon sehr spät war, verpassten wir die Fähre nach Tioman und mussten dann erschöpft eine Nacht in Mersing verbringen. Früh am nächsten Morgen ging es aber endlich auf die Insel um alte Freunde wieder zu treffen, etwas zu entspannen und zu tauchen. Im Nachhinein wäre es am besten gewesen in Singapore eine Nacht zu bleiben. Das hätte uns Zeit, Nerven und Geld gespart 😉 Aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer.
Insgesamt verbrachten wir drei Nächte auf Tioman, in einem Bungalow den uns Wendy reserviert hatte. An einem Tag wanderten wir zum Juara Beach, der genau auf der gegenüberliegenden Seite vom ABC Beach liegt. Abends ging es mit dem Taxi wieder zurück. Außerdem machte ich noch zwei Tauchgänge. Thanks Brian for the underwater pictures 😉 Auf Tioman hat sich viel geändert und vom Klimawandel blieb die Insel auch nicht unberührt. Am Strand war viel weniger Sand als noch vor drei Jahren und das Wasser war auch schon sehr knapp, da der notwendige Monsun letztes Jahr zu weiten Teilen ausgeblieben ist (Die Insel lebt nur  vom Regenwasser aus den Bergen). Wegen des knappen Wassers mussten manche Restaurants schließen.

Die Tage waren viel zu schnell vorbei. Am frühen Morgen des letzten Tages ging es mit der Fähre nach Mersing und von dort dann mit dem Bus nach Kuala Lumpur. Hier besuchten wir mit dem Hop on Hop off Bus die Hauptattraktionen der Stadt, was an zwei Tagen völlig ausreichend war. Mein absolutes Highlight war die Sky Bar. Von dort hatten wir einen atemberaubenden Blick vom 33. Stock direkt auf  die Twin Towers. In der Mitte der Bar gibt es einen Pool. Getränke und Essen sind allerdings sehr teuer. Den botanischen Garten ließen wir auch nicht aus.

Nach der Hauptstadt ging es in die kleine Stadt Melaka (UNESCO-Weltkulturerbe). Auch hier traf ich einen alten Freund, der dort jetzt im Hostel arbeitet. Früher war Nazri der Bootsfahrer auf Tioman und hatte mich immer zu den Tauchplätzen gebracht. Immer am Wochenende gibt es hier einen Nachtmarkt. Viele Einheimische kommen hier her und verbringen ihr Wochenende mit shoppen von allen möglichen Souvenirs und Verkostung von leckerem und nicht so leckerem Essen. Trendy war während unseres Besuchers das Pokemón-Eis und die super geschmückten Rikschas 😉 Die Stadt hat viele gut erhaltene Kolonialbauten, welche sie auch zum Weltkulturerbe gemacht hat.

Nach Melaka ging es direkt nach Singapore. Dort verbrachten wir noch eine Nacht bevor unser Flug uns nach Myanmar der zweite Teil unserer Reise brachte. Da ich ja schon mal in Malaysia war, ist das nur ein kurzer Bericht.

Kolumbien kompakt

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Kolumbien kompakt

Man kann mit Recht behaupten, dass Kolumbien ein Land der Kontraste ist. Befindet man sich morgens noch in über 3.000 Meter Höhe, so kann man sich mittags nur einige Ecken weiter bereits im tropischen Grün oder in einer trockenen Steppe wieder finden. Man erlebt in diesem Land die Highlights des gesamten südamerikanischen Kontinents vereint, darunter vor allem den Regenwald des Amazonas und die Andengipfel. Es ist ein atemberaubend schönes Land mit einer unglaublichen Artenvielfalt und einer lebendigen Kultur. Dazu kommen vielseitige Städte!

Mit einer Fläche von 1,14 Millionen Quadratkilometer ist Kolumbien rund dreimal so groß wie Deutschland. Geographisch ist Kolumbien dreigeteilt. Im Norden und Westen befinden sich die Küstenebenen der Karibik und des Pazifiks, die Hochgebirge ziehen sich zentral in nord-südliche Richtung und im Süden und Osten finden wir die Weiten des Dschungels. Von den Anden ergießen sich Flüsse in das Amazonasbecken und in die Pazifikküste des Chocó – die riesigen Regenwälder sind Heimat von Jaguaren, Affen, Pfeilgiftfröschen und unzähligen weiteren Tieren. Das zentrale Hochland Antioquia ist gesäumt von glänzenden Kaffeebüschen. Die Halbinsel Guajira an der nördlichen Karibikküste hingegen ist eine staubige Landschaft voller Kakteen, Heimat von Flamingos und dem freundlichen Volk der Wayúu. Das strandgesäumte Karibikarchipel San Andrés y Providencia lockt nicht nur mit seinen Korallenriffen und von türkisfarbenem Wasser umspülten Inselchen, sondern auch mit einer englischsprachigen afrokaribischen Kultur. Das Erbe der Ureinwohner Kolumbiens ist extrem vielfältig. Präkolumbianische Steinstatuen und uralte Städte ragen noch immer aus dem Dschungel. Auch Naturliebhaber kommen auf ihre Kosten: So gibt es hier mehr Vogelarten als sonst wo auf der Welt. Auch zählt Kolumbien zu den artenreichsten Ländern der Erde. Mehr als 55.000 Pflanzenarten gedeihen hier – alleinig Brasilien hat mehr.

Infrastruktur und Transport
Das erschwingliche Reiseziel verfügt über eine überraschend gut entwickelte touristische Infrastruktur.
Große und kleine Reisebusse verkehren regelmäßig zwischen den großen Städten und beliebten Reisezielen. In jedem Ort sind eine oder mehrere zentrale Einstiegsstellen für Busse. Ansonsten ist der Zustieg in Busse auch fast an jeder Straßenecke möglich. Ein entsprechendes Zeichen an den Busfahrer oder Busbegleiter reicht hierzu meist aus.
In den ländlichen Regionen kommt noch verstärkt das traditionelle Transportmittel Kolumbiens zum Einsatz: Chivas. Es sind gewöhnlich offene alte Schulbusse oder LKW mit Sitzbänken und Türen beiderseits der Bankreihen. Sie sind in allen möglichen Kombinationen von Gelb, Blau und Rot bemalt und bunt geschmückt.
Weiterhin gibt es verbreitet Taxis. Hier ist zu beachten, dass immer darauf bestanden wird das Taximeter einzuschalten. An großen Busstationen und Flughäfen muss man für eine Taxifahrt aus Sicherheitsgründen eine Nummer an einem Registrierhäuschen ziehen und wird dann anschließend einem Taxi zugewiesen.
In Cali gibt es zudem eine Metrobahn, sowie in diversen Großstädten einen Großbus, der auf einer eigenen Fahrbahn verkehrt. In Bogotá bspw. Transmilenio genannt, der aber dort immer heillos überfüllt ist.
Generell gilt in Kolumbien das Gebot, dass wenn möglich, nur tagsüber Busse und andere Transportmittel benutzt werden sollten. Überfallene Reisebusse stehen zwar nicht auf der Tagesordnung, kommen aber durchaus vor.

Sicherheit
Im Allgemeinen ist Kolumbien ein sicheres Reiseland, wenn einige Sicherheitshinweise beachtet werden:
– Reisen über Land nur tagsüber
– Geld nicht offen zeigen, Geld nur in geschlossenen Banken abheben; Geld idealerweise tagsüber abheben und sich dabei nicht beobachten lassen.
– Wertgegenstände wie Handy oder Kamera nach Gebrauch wieder in die Tasche zurücklegen
– Nebenstraßen und größere Menschenansammlungen meiden, v.a. Nachts
– Nachts nicht alleine auf der Straße unterwegs sein
– Angebotene Drogen (bspw. in Bars oder in Hostels) nicht kaufen/annehmen

Bombenanschläge und Überfälle auf Reisebusse kommen vereinzelt vor. Die kolumbianische Regierung investiert viel um die Sicherheit im Land zu erhöhen. So finden häufig Kontrollen durch bewaffnete Soldaten und Polizisten statt. Auch in den Straßen der Städte sind viele Sicherheitsbeamte zu finden, die die gefühlte Sicherheit erhöhen.

Es gibt allerdings auch noch einige Gebiete, vor allem im Gebiet des Amazonas oder westlich der Anden Richtung Pazifik, wo das Land durch Bewegungen der FARC bestimmt sind und zur Durchreise für Touristen abgeraten wird. Aber es gibt auch noch einige „weiße“ Flecken in den gesicherten Landesteilen, von denen die Einheimischen abraten dort herumzureisen.

Menschen
Die Bevölkerungszahl liegt bei 47,7 Millionen, in Lateinamerika haben nur Brasilien und Mexico mehr Einwohner. Rund 77 Prozent der Bevölkerung lebt in Städten.  Der überwiegende Teil der Landbevölkerung führt ein einfaches Leben.  Im Hochland wird unter anderem Kaffee und andere landwirtschaftliche Pflanzen angebaut, im Tiefland werden Rinder gezüchtet.
Über ein Drittel der Bevölkerung lebt offiziell unterhalb der Armutsgrenze, neun Prozent leben in extremer Armut. Obwohl Kolumbien über eine stattliche Mittelschicht verfügt, ist die Armut im gesamten Land nicht zu übersehen, besonders in den städtischen Slums. Wobei natürlich Arm und Reich in strikt getrennten Vierteln leben.
Generell sind die Kolumbianer ein freundliches Volk und helfen gerne weiter.

Essen & Trinken
In der kolumbianischen Küche verschmelzen indigene, spanische und afrikanische Einflüsse zur köstlichen kreolischen Küche. Als typisches und sehr preiswertes Mittagsgericht (ca. 2-3 Euro inkl. Getränk) findet man im ganzen Land  bandeja paisa. Es ist eine herzhafte Speise aus Fleisch, Bohnen und Reis, teilweise garniert mit Spiegeleiern, Kochbananen oder Avocados.
Die Kolumbianer sind große Fleischesser. Beliebt sind Schwein in allen Variationen, aber auch Brathähnchen und Steak. Ein weiterer Favorit ist Reis mit Huhn, das oft zum Frühstück mit Erbsen oder gekochtem Eigelb serviert wird. An der Karibik- und Pazifikküste stehen verstärkt Meeresfrüchte und Fisch auf dem Speiseplan.
Auf Märkten und an vielen Straßenecken findet man auch kleine leckere Snacks wie Empanadas oder Papa pellenas.
Auf den Märkten gibt es allerlei tropische Früchte, wie Bananen, Avocado, Ananas, Papaya, etc. die sofern sie dort heimisch angebaut werden, sehr preisgünstig sind.
Berühmt ist der kolumbianische Kaffee. Dabei sind Kolumbianer traditionell keine Kaffeetrinker, sondern bevorzugen heiße Schokolade.
Während süße Anti-Alkoholika wie Cola, Saftmischgetränke, etc. verhältnismäßig günstig sind, ist Wasser teuer (je Liter ca. 0,5- 1 Euro)
Bier wie die heimischen Produkte Poker, Club Colombia oder Aguila ist lecker und für ca. 1-3 Euro zu haben.

Gesundheit
Aufgrund des teilweisen tropischen Klimas gibt es in Bereichen unter ca. 1.000 Meter durchaus Malariagebiete und auch die Gefahr von Dengue-Fieber. Neben den deutschen Standard-Impfungen empfiehlt es sich gegen Cholera, Typhus und Hepatitis A impfen zu lassen.

Geld
Die Landeswährung ist der Peso (COP). Zu unserer Reisezeit im Sommer 2015 lag der Wechselkurs bei ca. 2.800 Peso für einen Euro. US-Dollar werden nur selten angenommen. Es gibt jede Menge Möglichkeiten zum Geldwechseln, jedoch sollte man kein Geld auf der Straße tauschen. Die Wechselkurse schwanken stark. Die meisten Banken haben Geldautomaten, an denen man mit europäischen Karten problemlos Geld abheben kann.

Touristisches Publikum
Aufgrund der Nähe zu den Vereinigten Staaten sind sehr viele US-amerikanische Touristen zu finden. Eine weitere Mehrheit sind deutsche Touristen.


Übernachtungen

Bogota
Masaya Hostel  (Cra. 2 No. 12 – 48, Candelaria)
http://www.masaya-experience.com/en/hostel-bogota

Schöne Lage, zentrumsnah, Warmwasser, WLAN, gutes Frühstück
70.000 Peso je Doppelzimmer ohne Bad, Frühstück 8.000 Peso/Person

Hostel Explora
http://www.explorahostels.com

Schöne Lage im Zentrum der Candelaria, Warmwasser, WLAN, sehr freundliches Personal
65.000 Peso im Doppelzimmer ohne Bad

Villa de Leyva
Hotel/Hostel del Villa

Im Zentrum in der ersten Seitenstraße der Plaza Mayor, ein wenig heruntergekommen, allerdings für die Lage günstig, kein Warmwasser, WLAN
50.000 Peso je Doppelzimmer mit Bad

Tatacoa Wüste
Unterkunft „La Tranquilidad“
http://www.tatacoacolombia.com/hoteles/13-hotel-restaurante-la-tranquilidad-la-tatacoa-desierto

Schlafen in der Hängematte 10.000 Peso/Person, im Mehrbettzimmer 20.000 Peso/Person, kein WLAN

San Augustin
Hostel „La Casa del Japones“
http://www.tripadvisor.co.uk/Hotel_Review-g445060-d5809849-Reviews-La_Casa_del_Japones-San_Agustin_Huila_Department.html

Ein wenig abgelegen am Hang, schöne Aussicht auf die Stadt und das Zentrum, schöne Terrasse mit Hängematten, entspanntes Ambiente
40.000 Peso im Doppelzimmer ohne Bad, kein Warmwasser, WLAN

Popayan
Hostel „Casa Familiar Turistica“
http://www.popayancaucacolombia.com/hoteles/34-casa-familiar-turistica-popayan

Zentrumsnah, schöne Zimmer mit hohen Wänden, Gemeinschaftsdusche mit warmem Wasser
35.000 Peso im Doppelzimmer ohne Bad

Cali
Hostel „La Casa del Gato“
https://www.tripadvisor.co.za/Hotel_Review-g2698484-d7187481-Reviews-Hostal_Casa_del_Gato_Cali-Calima_Valle_del_Cauca_Department.html

Abseits der belebten Hauptstraßen im sicheren Stadtviertel, schöne Zimmer, Pool, WLAN, kein Warmwasser
50.000 Peso im Doppelzimmer mit Bad

Salento
Hostel „The Plantation House“
http://www.theplantationhousesalento.com/

Abseits des Zentrums von Salento in sehr ruhiger und naturnaher Umgebung, wird von einem Briten geführt, WLAN, Warmwasser hat nicht funktioniert
50.000 Peso im Doppelzimmer ohne Bad, Reservierung empfehlenswert, da beliebt

Medellin
„Arcadia Hostel“
http://arcadiahostelmedellin.com/

Abseits des Zentrums in gehobener Wohnlage, sehr nettes und freundliches Personal, griechisches Ambiente, Reservierung ggfalls empfohlen, WLAN, Warmwasser hat nicht funktioniert
25.000 Peso/Person im Achtbett-Zimmer

Taganga
Hostel „Pelikan“
http://www.hostalpelikan.com/

Im Zentrum, 200-Meter zur Promenade, schöne Zimmer, Personal versteht sehr schlecht Englisch, WLAN, Warmwasser hat nicht funktioniert
70.000 Peso im Doppelzimmer mit Bad, gutes Frühstück für 8.000 Peso

Park Tayrona
Camping am Strand von Arrecifes
https://www.tripadvisor.es/ShowUserReviews-g297484-d1734408-r266323593-Camping_Tayrona-Santa_Marta_Santa_Marta_District_Magdalena_Department.html

Rustikal aber lohnend, die Zelte haben teilweise Löcher, Duschen im Außenbereich ohne Warmwasser, kein WLAN,
40.000 Peso pro Nacht im geliehenen Zelt

Cartagena
Hostel Getsemani
http://hostal-papaya-getsemani.cartagenahotel.net/de/

In der Nähe des historischen Zentrums im Stadtteil Getsemani, Hostelführung durch deutsche Auswanderin, freundliche Zimmer, WLAN, kein Warmwasser
90.000 im Doppelzimmer mit Bad

 

Kosten
24 Übernachtungen            490 Euro (Im Schnitt 10 Euro pro Tag und Person)
Transport                              350 Euro (ohne Flüge)
Flüge                                      2.000 Euro
Essen & Trinken                  540 Euro
Eintritte & Touren               350 Euro
Souvenirs + Sonstiges        510 Euro

Gesamt                              4.260 Euro für 2 Personen in 3,5 Wochen


Unsere nächste Reise führt uns für vier Wochen im September/ Oktober nach Singapur, Malaysia und Myanmar. Ihr könnt auf neue Berichte gespannt sein 😉

Cartagena

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Cartagena

Unser letztes Reiseziel (24.06.2015) war Cartagena de Indias. Von Santa Marta aus erreicht man die schönste Stadt Kolumbiens per Bus in etwa vier Stunden.
Cartagena de Indias ist Kolumbiens bekanntestes und nach Bogotá meistbesuchtes Reiseziel. Seine engen Gassen mit sorgfältig renovierten Kolonialhäusern erinnern an die glorreiche Vergangenheit, außerdem locken weiße Sandstrände, schneebedeckte Berge und die Wüste Desierto de la Guajira.
Es war eine der drei wichtigsten Häfen der spanischen Schatzflotte und florierte als Handelszentrum. Die Kür zum Weltkulturerbe 1984 und der Kinohit „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ bewirkten einen Tourismusboom. Der koloniale Kern ist seither restauriert und mit Boutiquehotels, gehobenen Restaurants und schicken Läden wiederbelebt worden.
Die Kolonialstadt wurde in zwei ummauerten Abschnitten gebaut, die ein Kanal teilte. Die innere Stadt enthält die meisten historischen Sehenswürdigkeiten.

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Wir haben uns neben dem doch sehr gehobenen historischen Stadtkern im nahe gelegenen Getsemani niedergelassen. Dieser Stadtteil, der zum Übernachten und Ausgehen einlädt ist im Vergleich zum historischen Stadtkern preislich deutlich günstiger und trotzdem ist  das historische Zentrum in wenigen Gehminuten zu erreichen. Am ersten Abend machten wir uns auch gleich auf, um die Altstadt zu erkunden. Abschließen kann man die Stadtbesichtigung wunderbar auf der ehemaligen Festungsmauer, von wo man einen großartigen, wenn auch sehr windigen, Blick auf den Sonnenuntergang genießen kann.

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Ein historisches Highlight ist neben den kolonialen Festungsmauern, die das historische Zentrum umgeben, das Castillo de San Felipe de Barajas, das ca. 20 Gehminuten östlich vom historischen Zentrum entfernt liegt. Das von den Spaniern ca. 1640 errichtete 40 Meter hohe Fort ist das Herzstück der damaligen großen Festungsanlage der Stadt. Im inneren des Forts kommt man durch viele labyrinthartige Gänge und Räume, wobei vom Innenleben selbst nicht mehr viel übrig ist.

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Am 25. Juni machten wir uns auf zur nahe gelegenen Isla del Baru. Unser Hostel verfügte über ein eigenes Boot, mit dem man in ca. 30 Minuten das kleine Inselparadies erreicht. Lange weiße Sandstrände und warmes, kristallklares Wasser (30° Grad) gibt es hier in Hülle und Fülle, was allerdings auch dem Tourismus nicht verborgen geblieben ist. Der Isla del Baru geht der Ruf voraus, dass es stark touristisch geprägt und auch überteuert ist. Bei der Anreise kann man von weitem schon die vielen Anlagen erkennen, die sich am Strand entlang reihen. Wir haben uns daher bewusst am Ende des Strandes der Playa Blanca aufgehalten, wo wir außer ein paar Spaziergängern nicht viel davon mitbekommen haben.

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Wer im karibischen Flair direkt am Strand übernachten möchte, der ist hier definitiv richtig. Wir haben uns allerdings ein wenig durch die touristische Überfüllung abschrecken lassen und nur einen Tagesausflug ohne Übernachtung gemacht. Im Nachhinein wären wir gerne doch auch über Nacht geblieben.
Zu empfehlen ist auch, sich das Boot für die Anreise gut auszusuchen. Die Rückfahrt war selbst bei mäßigem Wellengang schon eher etwas für den geübten marine Magen 😉

Zurück in Cartagena ging unser Flug am nächsten Tag zurück nach Bogota. Dort hauten wir unser letztes Geld auf den Kopf bevor der schöne, kontrastreiche und aufregende Urlaub zu ende war.

Taganga

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Taganga

Angekommen am Flughafen haben wir Santa Marta auch direkt hinter uns gelassen und uns nach Taganga aufgemacht. Santa Marta hat im Gegensatz zu Taganga wenig Flair und ist an erstaunlich vielen Ecken auch recht schäbig und dreckig.
Das kleine und auf den ersten Blick auch etwas heruntergekommene Fischerdorf drei Kilometer nordöstlich von Santa Marta ist trotz des nicht so sauberen Strandes bei Backpackern beliebt. Die Lage in einer von steilen Landzungen eingefassten Bucht erinnert an das Mittelmeer, am Strand findet man verwitterte Fischerboote. Die vielfältige Unterwasserwelt an den Riffen vor Taganga hat viele Tauchanbieter angezogen.

Nachdem wir uns im zweiten Anlauf in einem schönen Hostel im „Dorfzentrum“ niedergelassen haben, wollten wir sofort an den Strand. Die karibische Hitze (ca. 40 feuchtwarme Grade) brannte dabei gnadenlos auf uns runter, darum beschränkten wir uns hierbei nur auf einen kleinen Rundgang.  Dieser war auch relativ schnell beendet. Der Strand ist etwa ein Kilometer lang, hinter der sich eine Art Promenade befindet, an der europäische Aussteiger und Langzeitreisende Lederarmbänder, etc. verkaufen. Rechterhand kann man sich zu weiteren Buchten aufmachen, vor allem der Sonnenuntergang lässt sich dort gut bewundern. An jeder Ecke findet man hier Dive-Ressorts, die einen gerne über ihre Tauchangebote informieren. Da wir von Steffen schon eine Tauchempfehlung hatten (Poseidon Divecenter – hier wird auch süddeutsch gesprochen), haben wir uns die Alternativen gerne angehört, sind doch der Empfehlung von Steffen gefolgt.
Zum Abendessen haben wir ein tolles Restaurant gefunden, mit den wahrscheinlich wenigstens Gästen, aber  mit dem besten Essen. Da es so toll war, darf das „La Morena“ auch gerne extra erwähnt sein. Toni ist hier auch zu ihrem lang ersehnten Fisch und Meeresfrüchten gekommen 😉  wir haben dort noch zwei weitere Male lecker gespeist.
In der ganzen Stadt kann man Touren in den nahe gelegenen Nationalpark Tayrona, Minca oder in die Sierra Nevada machen. Dabei gibt es von Tagestouren bis mehrtägigen Erkundungen eigentlich alles.
Wir haben uns für Tayrona entschieden, allerdings nicht per Tour, sondern auf eigene Faust. Von Taganga geht man hierfür mit dem Bus oder Taxi zurück nach Santa Marta. An der Kreuzung Carrera 11 und Calle 12 fahren hier recht klapprige Busse in Richtung Palomino. Dem Fahrer sagt man hierzu dann einfach, dass man am Eingang des Nationalparks aussteigen möchte. Am Eingang des Nationalparks wird man von den Behörden/Militär durchsucht, bekommt eine kleine Einweisung und drückt die Parkgebühr von 39.500 Peso / Person (ca. 15 Euro/Person) ab. Ab hier kann man anschließend mit kleinen Jeeps oder Pritschenwagen die ersten vier Kilometer nach Castilletes zurücklegen. Wenn genügend Besucher da sind, fahren diese auch recht zügig los. Von Castillets führt dann ein gut ausgebauter Wanderweg durch die Wildnis, bzw. direkt am Strand zu verschiedenen Strandabschnitten (2 km nach Canaveral, 3 km Arrecifes und nach einem weiteren  Kilometer der Badestrand La Piscina). Die Wege hören sich nicht wirklich weit an, allerdings macht einem die karibische Schwüle doch zu schaffen und man sollte sich gut mit Trinkreserven ausstatten. Unterwegs kann man neben Pflanzen auch jede Menge Kleinreptilien antreffen und wenn man Glück hat auch Affen. Die meisten Strandabschnitte sind landschaftlich wild und reizvoll, allerdings zum Baden nicht geeignet. Wo natürliche Wellenbrecher die meterhohen Wellen aufhalten, ist Baden möglich. Auch die Wassertemperatur ist hier für die karibische Lage recht frisch, da durch den hohen Wellengang ein reger Wasseraustausch mit dem offenen Meer stattfindet.

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Wir sind gegen Mittag am Strand von Arrecifes angekommen und haben uns dort ein kleines Zelt angemietet. Der Zeltplatz hat eigene Zelte, man kann aber auch sein eigenes Zelt mitnehmen oder in einer kleinen Hütte schlafen.
Zu Abend haben wir uns eine frische Kokosnuss aus der Natur geschossen und ohne moderne Werkzeuge (also nur mit Steinen) geöffnet. Ein Überleben auf einer einsamen Insel wäre für uns zwei also schon mal möglich 😉
Unvergesslich ist auch der Sonnenuntergang in Tayrona.

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Das kleine Restaurant, das beim Campingplatz dabei ist, kocht für die abgeschiedene Lage ein recht breites Angebot, das sehr lecker ist.
Der Nationalpark Tyrona eignet sich wunderbar um über ein Wochenende die Seele baumeln zu lassen, die Natur ohne Handy, WLAN, etc. zu genießen und ein kühles Bad im karibischen Meer zu nehmen.
Wir sind am nächsten Tag allerdings schon wieder zurück, da wir durchaus noch andere Pläne haben 😉
Zurück in Taganga haben wir noch einen kurzen Abstecher in das Divecenter gemacht um alles für den nächsten Tag zu besprechen.
Um die Mittagszeit am 22. Juni startete der halbtägige Tauchtour mit zwei Tauchgängen. Nachdem wir die Ausrüstung probiert und alles eingeladen hatten, ging es mit einem kleinen Speedboot zum Divespot. Auch hier zeigte sich wieder, dass die Karibik an dieser Stelle nicht zu üppig warm und recht bewegt ist. Bei relativ starker Strömung (es war auch ein Drift-Dive dabei) ging es auf bis zu 20 Meter Tiefe am Divespot Paso de al angel und El Palo. Die Unterwasserwelt ist hier geprägt von farbenfrohen Korallen und Fischen. Zu bewundern gab es zudem Fassschwämme (Barell Sponge),  kleine Stachelrochen (Stingray), blaue Engelsfische (blue angelfish), Kofferfische (trunkfish), Horn-Kofferfische (Scrawled Cowfish), Moränen (Moray), Schnecken und Nemos 😉  Die erhofften Schildkröten sind leider ausgeblieben ;(
Die Tauchgänge sind mit knapp 50 Euronen / Person inklusive Tauchausrüstung recht günstig, wobei wir auch welche für unter 40 Euro angeboten bekommen haben.
Am darauf folgenden Tag machten wir uns für einen Tagesausflug nach Minca auf. Wiederum fahren an der nahezu gleichen Straßenecke, wo auch die Busse nach Tayrona fahren, Autos oder Jeeps nach Minca. In dem kleinen Bergdorf angekommen, wurden wir wieder ein kleines Opfer der nahezu nicht vorhandenen Ausschilderungen. Die Einheimischen helfen hier auch nicht weiter, da die einen nur zu einer Tour überzeugen möchten. Also machten wir uns alleine auf den Weg, dem auch andere Touristen folgten. Allerdings führte uns dieser weder zum Arimaca-Wasserfall noch nach Las Piedras oder den Pozo Azul. Ich Nachhinein betrachtet wäre eine Tour also schon besser gewesen. Trotz alledem führte uns unsere Wanderung durch die schöne Natur zu einem kleinen Wasserfall und einem halbnatürlichen Wasserbecken.

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Medellín

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Medellín

Am Morgen des 17. Junis führte uns unsere Reise über Pereira nach Medellín. Für die Strecke dorthin muss man ungefähr 6-7 Stunden (inklusive kurzem Umsteigen in Pereira) einplanen.
Medellín, einst vor allem für Drogenhandel und Gewalt bekannt, ist heute Kolumbiens dynamischste und aufregendste Stadt. Die zweitgrößte Stadt Kolumbiens ist die optisch ansprechendste Großstadt des Landes, ein Industriegigant, der seine herrliche Lage mit Hotels von Weltklasse und einem effizienten Nahverkehrssystem kombiniert.
Die ca. 2,5 Millionen Einwohner von Medellín wohnen in einem Tal auf 1524 Meter Höhe. Die Stadt des ewigen Frühlings erfreut sich einer perfekten Kombination aus warmen Tagen und kühlen Nächten. Umgeben von Gärtnereien ist sie nach den Niederlanden der zweitgrößte Blumenproduzent der Welt.
Wir haben uns ein schönes Hostel im Stadtteil Poblado ausgesucht, was sich im Süden der Stadt befindet. Nachdem wir einen Rucksack leichter waren 😉 haben wir uns ins Zentrum aufgemacht. Die Stadt verfügt über eine gut ausgebaute Metro, mit der man allein schon große Teile der Stadt im Überblick erleben kann. Eine weitere Transport-Rarität um schnell einen Überblick über die Stadt zu bekommen ist der Metrocable. Es ist eine Seilbahn, die dicht an den bevölkerten Hängen der Stadt liegt. Leider haben wir es nicht geschafft eine Runde in der Seilbahn zu drehen ;(
Die Stadt ähnelt im Zentrum einem Markt mit einem riesigen Überangebot an Früchten, Gemüse, Kleidung, Schuhen und kleinem Spielzeug. An jeder zweiten Ecke verkaufen Mitarbeiter über Mikrofone lauthals ihre Waren. Das Zentrum glänzt weiterhin mit einer Vielzahl an Kirchen und Kathedralen, sowie Parks und Plätzen. Besonders hervorzuheben ist der Plaza Botero. Hier sind über einen weitläufigen Platz einige Skulpturen des Malers Fernando Botera aufgestellt. Auch die Gebäude rund um den Plaza Botero sind sehr sehenswert.
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Der botanische Garten, in der Nähe der Universität, bietet Platz für eine schöne Besichtigung. Obwohl man in Kolumbien in freier Natur jede Menge Pflanzen und Tiere beobachten kann, bietet der botanische Garten doch tolle Vergleichsmöglichkeiten und auch Namen für allerlei Pflanzen, welche man in der freien Natur schon gesehen hat.
Abends durften wir dann ein weiteres Fußballspiel Kolumbiens genießen. Dieses Mal auch erfolgreich 😉 Nach 90-minütigem Kampf bezwangen sie die Brasilianer mit 1:0. Auf dem Heimweg vom Spiel sind wir an einer Döner-Bude oder besser gesagt einem Döner-Restaurant vorbeigekommen und konnten bei dieser unerwarteten heimischen Köstlichkeit nicht „Nein“ sagen. Zum Empfehlen 😉

Tags darauf haben wir uns in das nahe gelegene Guatapé locken lassen. Für die ca. 75 Kilometer dorthin sollte man ungefähr 2 Stunden einplanen. Guatapé ist ein ca. 1970 erbauter Staudamm, der Medellín mit Strom versorgt. Das aufgestaute Wasser in den Bergen hat eine künstliche, aber wunderschöne Landschaft mit vielen kleinen  bergigen Inseln und Buchten entstehen lassen. Dort haben wohlhabende Städter aus Medellin gerne eine kleine Casa mit Yacht oder Segelboot und kommen übers Wochenende zum Ausspannen her. Da der ursprüngliche Ort Embalse de Penol mittlerweile auf dem Grund des Sees liegt (einzig die Kirchturmspitze ist noch zu sehen), wurde das neue El Penol nachgebaut. Schon bei der Hinfahrt kann man eine weitere Attraktion von weitem sehen. Der Piedra de Penol  ist ein ungefähr 200 Meter hoher Granitmonolith, der ein wenig an den Zuckerhut in Río de Janeiro erinnert. Über ca. 680 schwindelerregende Stufen an der Außenseite des Monolithen erreicht man die Spitze des Berges und bekommt einen tollen Rundumblick auf die gesamte Seenlandschaft.

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Am nächsten Morgen haben wir uns per Taxi an den Flughafen bringen lassen. Es gibt auch einen Flughafen-Bus der hinter einem Hotel abfährt. Da uns das freundliche Mädel im Hostel ihren Amigo als absolut empfehlenswerten Transporteur empfohlen hat, haben wir das auch gern angenommen. Natürlich in absoluter Rekordzeit. Daniel aus TaxiTaxi lässt grüßen 😉

 

Salento

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Salento

Über Armenia sind wir am 14. Juni weiter nach Salento, voller Vorfreude auf ein paar entspannende Tage, nachdem die vorherigen durch viel Reisezeit und Programm geprägt waren.

Das 5.000 Menschen umfassende Salento prunkt mit einer besonders vollständigen Antioqueno-Architektur. Die Häuser sind bunt bemalt im Paisa-Stil. Der Mirador de la Cruz gibt Aussicht auf die nahe gelegenen Gipfel der Los Nevados.

Wir haben uns auf Empfehlung von Mitreisenden im Hostel „The Plantation House“ niedergelassen. Ein schönes Hostel am Rande der kleinen Stadt mit anliegender Kaffee- und Landwirtschaftsplantage. Viele Kolumbianer nutzen Salento als Ausflugsziel am Wochenende und daher war am heutigen Sonntag auch entsprechend viel los. Somit hatten wir das Glück auf einem kleinen Food-Market tolles regionales Essen zu uns zu nehmen (den Namen des Essens bekomm ich beim besten Willen nicht mehr zusammen ;(

Im unserem Hostel „The Plantation House“ startet auch die Kaffeetour, die wir am nächsten Tag besuchten. Wenn man einige Tage im Hostel bleibt, bekommt man die quasi umsonst. Die Tour selbst wurde vom britischen Plantagenbesitzer durchgeführt und war dankenswerterweise in Englisch. Mit großer persönlicher Leidenschaft erklärt er den gesamten Prozess vom Anbau bis zur aufwändigen Verarbeitung der Bohne zu köstlichem Kaffee. Dieser wird im Hostel übrigens täglich frisch geröstet und gemahlen. Neben den interessanten Informationen rund um Kaffee, kann man den Anbau weiterer heimischer landwirtschaftlicher Produkte wie Ananas, Bananen, Limetten oder gar Bambus bestaunen.

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Nach der Tour gönnten wir uns einen schönen Nachmittag in der kleinen Stadt mit Shopping 😉

Am nächsten Tag ging es frühmorgens los um die ersten Jeeps in das Valle de Cocora zu erwischen. Mit einer sehr ruhigen Fahrt inmitten von vielen Touristen, tuckert die ganze Kolonne mit alten Jeeps ins Tal. Man kann die ca. 11 Kilometer lange Strecke wohl auch zu Fuß erreichen, doch das war uns doch zu weit 😉
Das Tal verdankt seine Schönheit u.a. den hier heimischen Wachspalmen die wie schlanke korinthische Säulen über die grünen Hügel ragen. Die Wachspalme ist Kolumbiens Nationalbaum und wächst in Höhenlagen über 2000 Meter. Als höchste Palme der Welt ragt sie bis zu 60 Meter auf. Sie wächst extrem langsam und kann bis zu 100 Jahre alt werden.

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Es gibt durch das Tal verschiedene Wanderwege. Ein wenig planlos, da die Ausschilderung „kolumbianisch spärlich“ ist, machten wir uns auf den Weg. Wie sich später herausstellte, haben wir uns den 8 km langen Rundweg rausgesucht, der uns u.a. an das Narurreservat Acaime  brachte. Der Weg dorthin, oft entlang eines Bergbaches, war wunderschön, allerdings auch sehr beschwerlich, da das Reservat auf über 2.900 Meter liegt und wir alles in allem bestimmt 2.000 Höhenmeter zurücklegten. Das Ziel entschädigt allerdings mit einer Futterstation für Kolibris und Barranqueros. 😉

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Nach der Rückkehr in Salento machten wir einen kleinen kulinarischen Abstecher an einem  vegetarischen Straßenstand, was in Kolumbien schon eher eine Rarität ist 😉